____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Volksaltar
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Als Volksaltar oder Zelebrationsaltar bezeichnet man einen frei stehenden Altar in römisch-katholischen Kirchen, an dem der Priester den Eucharistieteil der heiligen Messe den GlĂ€ubigen zugewendet (versus populum oder ad populum)cite-ref-1[1] zelebriert. Ziel ist, dass die Mitfeiernden sich als um den Altar Versammelte erfahren. Der Altar ist âder Mittelpunkt der Danksagung, die in der Eucharistie vollzogen wirdâ (Grundordnung des Römischen Messbuchs, Nr. 296).cite-ref-2[2] Er ist daher zugleich der wahre innere Osten des Glaubens, zu dem man aus beliebiger und unterschiedlicher Himmelsrichtung blicken kann.
Nach der Liturgiereform infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils war der Volksaltar hĂ€ufig ein provisorischer Altar neben den vorhandenen AltĂ€ren einer Kirche, an dem jedoch in der Regel die heilige Messe gefeiert wurde. Vielerorts wurde nach Umbauten des Chorraums und oft nach Entfernung der anderen AltĂ€re der Volksaltar zu einem feststehenden, geweihten Altar. Er gilt als der eigentliche Hauptaltar (altare maius, Hochaltar) der Kirche auch dann, wenn sich der frĂŒher gottesdienstlich gebrauchte Hochaltar, etwa seines kĂŒnstlerischen Wertes wegen, weiterhin im Kirchenraum befindet. Volksaltar ist somit zwar ein unter deutschsprachigen Katholiken gelĂ€ufiger Ausdruck, jedoch kein Fachbegriff liturgierechtlicher oder ĂŒberhaupt wissenschaftlicher Art. Dies gilt auch fĂŒr die alternativ gebrauchte Bezeichnung Zelebrationsaltar (weil fĂŒr die Zelebration der Gemeindemesse benutzt).
Contents
âą Vorgeschichte
âą Herleitungen
âą Literatur
âą Anmerkungen
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Vorgeschichte
In den ersten Jahrhunderten bildete die römische Thron- oder Palastbasilika das Vorbild fĂŒr den christlichen Kirchenbau. Im Apsisscheitel standen die Kathedra des Bischofs und die halbrunde Priesterbank. Dadurch wurde ein hierarchisches GegenĂŒber von Priesterschaft und Volk ausgedrĂŒckt. Der Altar stand frei in der Apsis (im Westen oder Osten) und konnte umschritten werden. Freistehende AltĂ€re der beschriebenen Art waren seit jeher die HauptaltĂ€re der groĂen âeingangsgeostetenâ Basiliken, z. B. in Rom von St. Peter und St. Johann im Lateran. Auch das Messbuch Papst Pius V. von 1570 und das Caeremoniale Episcoporum von 1600 rechnen weiterhin mit AltĂ€ren und der Feier versus populum (zu den ChristglĂ€ubigen gewandt), im GegenĂŒber von Vorstehern und Volk, bis hin zum Missale Romanum in der Fassung von 1962.cite-ref-3[3]
kreuzaltarlaienaltargemeindealtarmessaltarBis in die Zeit nach der Reformation nahm der Lettner den Laien (in Klosterkirchen auch den Konversen) die Sicht auf den Hochaltar, vor dem Chorherren und die Priestermönche das Stundengebet und die Messe feierten. Vor dem Lettner, zwischen Hauptschiff und Chor, gab es meist einen oder zwei weitere AltÀre. Einer war hÀufig dem Kreuz Christi geweiht und wurde daher auch als Kreuzaltar bezeichnet, spÀter auch als Laienaltar, Gemeindealtar oder Messaltar.cite-ref-4[4]
Mit und nach dem Konzil von Trient setzte sich im katholischen Kirchenbau seit dem 16. Jahrhundert die pastoral motivierte Regel durch, den GlÀubigen die unbehinderte Sicht auf das liturgische Geschehen am Hauptaltar zu ermöglichen (z. B. durch Entfernung vorhandener Lettner).cite-ref-5[5]
Im 20. Jahrhundert gab es im Zuge der Liturgischen Bewegung erste neuere Versuche mit âVolksaltĂ€renâ, in Deutschland wĂ€hrend der 1920er-Jahre â wie in der Krypta der Abtei Maria Laach, im Dom in Passau, in St. Paul (MĂŒnchen) oder von Johannes Pinsk. Bei Messfeiern auĂerhalb des Kirchenraumes, etwa in Zeltlagern oder Heimen der katholischen Jugendbewegung, war es seit der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts allgemein ĂŒblich,cite-ref-6[Anm. 1] den Altar in solcher Weise aufzustellen, damit die Mitfeiernden dem Handeln des Priesters wenigstens zuschauen und sich seinem meist leisen Beten anschlieĂen konnten, denn in den ĂŒblichen âStillmessenâ waren die Orationen und das Hochgebet vor dem Einsatz von Mikrofonen nicht zu hören. Am Vorabend des Zweiten Vatikanischen Konzils war der Wunsch, die heilige Messe um einen frei stehenden, zum Volk gewandten Altar zu feiern, vor allem in der Liturgischen Bewegung, verfestigt,cite-ref-7[6] zumal in dieser Zeit eine auf Priestersitz, Ambo und Altar verteilte Stellung der Zelebranten kaum, nĂ€mlich nur beim Pontifikalamt, erfahrbar war. Der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings beispielsweise griff diese Tendenz auf und schrieb 1956: âEs entspricht unserer visuell eingestellten Zeit, dass die GlĂ€ubigen heute sehen wollen, was am Altar geschieht, und es entspricht dem demokratischen Zuge unserer Tage, dass der Unterschied zwischen geweihten Priestern und Laienschaft nicht stĂ€rker als notwendig betont wird. Unsere Zeit hat ferner bei allem Subjektivismus und Individualismus eine groĂe Sehnsucht nach Gemeinschaft und besitzt darum ein tiefes VerstĂ€ndnis fĂŒr Kirche als Gemeinschaft.âcite-ref-8[7]
Liturgiereform (seit 1964)
Ăber die Schaffung und Installation von âVolksaltĂ€renâ gibt es keine detaillierten Vorschriften in Sacrosanctum Concilium (SC), der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Begriff âVolksaltarâ fehlt in den Dokumenten des Konzils gĂ€nzlich. Zudem belegen detaillierte Forschungen des Kirchenhistorikers Stefan Heid, dass die alte Kirche keine solchen VolksaltĂ€re kannte.cite-ref-9[8]cite-ref-0-10-0[9]
Die Konstitution ĂŒber die Liturgie verlangt grundsĂ€tzlich, dass der Kirchenraum sorgfĂ€ltig so einzurichten ist, dass die tĂ€tige und bewusste Teilnahme der GlĂ€ubigen erreicht werden kann (SC 124), ferner eine Revision von âGestalt und Errichtung der AltĂ€reâ, damit sie âder erneuerten Liturgieâ entsprechen (SC 128). WĂ€hrend des Konzils (1962 bis 1965) wurde in der Konzilsaula, dem mit dem Eingang geosteten Petersdom, die Eucharistie so zelebriert, dass der Hauptzelebrant ad orientem (nach Osten) blickte, die als GlĂ€ubige mitfeiernden KonzilsvĂ€ter jedoch nach Westen zum Altar. Diese Zelebrationsrichtung wurde schon seit den Zeiten des Konzils von Trient als Feier versus populum, in Richtung der mitfeiernden Teilnehmer, wahrgenommen und rubrizistisch in dieser Weise bezeichnet.cite-ref-11[10]
Ab dem 7. MĂ€rz 1965 besteht die 1964 den versammelten KonzilsvĂ€tern vorab zur Kenntnis gebrachtecite-ref-jungmann-105-12-0[11] kirchliche Vorschrift, dass der Hauptaltar kĂŒnftig, also bei Neu- und Umbauten, âfreistehendâ zu errichten ist, und zwar mit zwei ausdrĂŒcklich genannten Zielen: damit der Priester ihn zur Inzens umschreiten und auĂerdem an ihm zum Volke hin zelebrieren kann (Instruktion Inter Oecumenici vom 27. September 1964 Nr. 91cite-ref-13[Anm. 2]). In jedem Fall soll der Altar, zugleich Zeichen des Ecksteins Christus, die âMitte sein, auf die sich die Blicke der Versammlung richtenâ.cite-ref-jungmann-105-12-1[11] Das erklĂ€rte Ziel der Liturgiereform war mithin nicht die Restauration einer historischen Situation des Kirchenbaus (âliturgischer ArchĂ€ologismusâ), sondern die Förderung die Aufmerksamkeit der GlĂ€ubigen entsprechend dem Grundprinzip der bewussten und tĂ€tigen Teilnahme (vgl. SC 124. 128).cite-ref-14[12]
Damit war eine der sichtbarsten Ănderungen eingeleitet, die das Zweite Vatikanum in die Liturgie der römisch-katholischen Kirche gebracht hat. FĂŒr ungĂŒnstige Situationen eines gegebenen Altarstandortes empfahlen die deutschen Bischöfe schon 1965, in der NĂ€he der Gemeinde zusĂ€tzlich einen wĂŒrdigen Tischaltar aufzustellen.cite-ref-15[13] FĂŒr ihn bĂŒrgerte sich bald die Bezeichnung âVolksaltarâ ein.
Die Vorschrift von 1964/5 fand 1969 unter Papst Paul VI. Eingang in die Allgemeine EinfĂŒhrung in das Römische Messbuch (AEM Nr. 262) und wurde 2002 unter Papst Johannes Paul II. wiederholt, jetzt mit dem ausdrĂŒcklichen Zusatz: quod expedit ubicumque possibile sit, âDas empfiehlt sich ĂŒberall, wo es möglich istâ (Grundordnung des Römischen Messbuchs [2002] Nr. 299). Bereits 1983 hatte die Italienische Bischofskonferenz vorgeschrieben: âLâaltare fisso della celebrazione sia unico e rivolto al popolo â Der feststehende Altar der Feier sei ein einziger und dem Volk zugewandt.âcite-ref-16[14] Nach Interpretation der Kongregation fĂŒr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung von 2000 ist damit keine Verpflichtung ausgesprochen, sondern die Empfehlung der Zelebration zum Volk hin. Die zur gottesdienstlichen Versammlung hingewandte Zelebrationsweise erscheine angemessener, da sie die Kommunikation vereinfache; allerdings sei die andere Möglichkeit nicht ausgeschlossen. Bei einer Entscheidung ĂŒber die jeweils geeignete Anordnung des Altars sind Faktoren zu berĂŒcksichtigen wie die rĂ€umliche Anlage, der verfĂŒgbare Platz, der kĂŒnstlerische Wert des bestehenden Altars oder das Empfindungsvermögen der Gottesdienstgemeinde.cite-ref-17[15]
ErgĂ€nzende kirchliche Vorschriften zielen auf: die Benutzung allein eines Altares (Symbol des einen Christus), die zeitliche Begrenzung provisorischer Lösungen, den Erhalt kĂŒnstlerisch wertvoller historischer AltĂ€re (gegebenenfalls ohne liturgische Nutzung).
Waren die âVolksaltĂ€reâ in den Kirchen nach dem Zweiten Vatikanum zunĂ€chst hĂ€ufig nur Provisorien, sind sie inzwischen weithin durch ordentlich konsekrierte (âgeheiligteâ) AltĂ€re, also durch einen echten âHauptaltarâ (Hochaltar), abgelöst. âNur auf ihm dĂŒrfen die heiligen Feiern stattfinden. Damit die Aufmerksamkeit der GlĂ€ubigen nicht vom neuen Altar abgelenkt wird, soll der alte keinen besonderen Schmuck erhalten.â (Grundordnung des Römischen Messbuchs [2002] Nr. 303cite-ref-18[Anm. 3]). Der zum Volk gewandte Altar (âVolksaltarâ) steht als neuer Hauptaltar der Kirche meist unter der Vierung oder dem Triumphbogen, in nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil neu begonnenen Kirchenbauten auch oft praktisch in der Mitte der versammelten GlĂ€ubigen, vor allem in den Kirchen, in denen die BĂ€nke von drei Seiten auf den Altar ausgerichtet sind.cite-ref-19[16]
Wo immer aber ein christlicher Altar steht, ist er ein herausgehobenes Symbol fĂŒr Christus, zu dem Christen beim Gebet sich ausrichten oder um den sie sich versammeln können. Geist und Gebet am Altar richten sich immer, ob vom Vorsteher mit RĂŒcken oder Gesicht zur Gemeinde gesprochen, zu Gott hin (ad Dominum). Einen Gegensatz von versus populum und ad Dominum gibt es folglich nicht.cite-ref-jr121-20-0[17] In diesem Sinne hat Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, die Praxis beider Zelebrationsrichtungen 2007 gebilligt und ausdrĂŒcklich verteidigt.cite-ref-21[18]
Da nicht in jedem bestehenden KirchengebĂ€ude ein neuer âVolksaltarâ eingerichtet werden muss oder kann, ist fĂŒr die Eucharistiefeier die Ausrichtung des Priesters zur Gemeinde nicht vorgeschrieben. Sie gilt generell als vorteilhaft, aber nicht als notwendig.cite-ref-22[19] Daher berĂŒcksichtigen die Rubriken des heutigen Missale Romanum beide möglichen Ausrichtungen des zelebrierenden Priesters: Mit dem Gesicht zu Altar und Gemeinde (versus populum) bzw. mit dem RĂŒcken zur Gemeinde (versus absidem).
In der Rezeptionsgeschichte des Volksaltars vertritt Joseph Ratzinger einen differenzierten Standpunkt zwischen dem freistehenden Altar und der Stellung des Priesters am Altar, wobei âzum Allerheiligsten hin zu zelebrieren nie der Sinn der bisherigen Zelebrationsrichtung [war], die man auch schwerlich mit der âZuwendung zum Altarâ kennzeichnen kannâ. Die heilige Messe vor dem Allerheiligsten, z. B. als Segenmesse,cite-ref-23[20] wĂ€re, âgegen jede theologische Logikâ und âoffensichtlich sinnlosâ.cite-ref-jr121-20-1[17] Papst Benedikt XVI. wollte zur Betonung der kosmischen Dimension der Liturgie die gemeinsame Gebetsrichtung von Priester und Gemeinde âauf den Herrn hinâ anregen.cite-ref-24[21] Schon als Theologe hatte er 1966 beim Katholikentag in Bamberg die âVolksaltarwelleâ kritisiert und gefragt, ob es nicht eher im Sinne des Konzils sei, den âNeuklerikalismusâ der Zelebration im GegenĂŒber von Vorsteher und Volk dadurch zu verhindern, dass alle sich gemeinsam, in gleicher Richtung, zu Gott hinwenden und rufen: âVater Unserâ. Nicht betroffen sein konnte von dieser Kritik das seit jeher ĂŒbliche Gebet im GegenĂŒber von Vorsteher und ĂŒbriger Gemeinde im Wortgottesdienst der Messfeier. Seit Januar 2008 feierte Papst Benedikt XVI. in der gewesteten Sixtina die hl. Messe am historischen Hochaltar â also mit dem Gesicht zum Altarkreuz (und zum Westen) und nicht wie seine VorgĂ€nger an einem mobilen, jeweils fĂŒr die Feiern aufgestellten Volksaltar nach Osten und zu den GlĂ€ubigen hin.cite-ref-25[22] Bei gröĂeren Papstmessen in Rom und anderswo zelebrierte auch Papst Benedikt XVI. die Liturgie versus populum, gerne vor einem groĂen Altarkreuz. Papst Franziskus lieĂ den zwischenzeitlich entfernten Volksaltar der Sixtinischen Kapelle fĂŒr seine erste Messfeier als Papst am 14. MĂ€rz 2013 wieder aufstellen und feiert innerhalb wie auĂerhalb Roms die Messe in der Regel zu den GlĂ€ubigen gewandt.cite-ref-26[23]
Der Kirchenhistoriker Stefan Heid fĂŒhrt anhand der frĂŒhen AltĂ€re in den Hauptkirchen St. Peter, St. Paul und der Lateranbasilika aus, es handle sich bei den nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingefĂŒhrten VolksaltĂ€ren nicht um eine Erneuerung frĂŒhkirchlicher AltĂ€re, da die alte Kirche keine solchen VolksaltĂ€re kannte. Aus diesem Grund habe schon Josef Andreas Jungmann 1967 vom âneuen Altarâ gesprochen.cite-ref-27[24] Der Altar stand zwar meist frei im Raum, der Priester zelebrierte jedoch nach Osten gewendet. Wichtig fĂŒr die alte Kirche sei die Ostwendung der Zelebranten gewesen, deren Prinzip Sible de Blaauw zufolge auch fĂŒr Rom galt.cite-ref-28[25] Wie z. B. die gewestete Sixtinische Kapelle zeigt, wurde jedoch die reale Ostung selbst in der pĂ€pstlichen Liturgie seit Jahrhunderten nicht mehr beachtet.cite-ref-29[Anm. 4]
Gebetsrichtung und Orientierung (Kirchenarchitektur)
Siehe auch
:
Ostung
,
Orientierung
und
Ad orientem
Herleitungen
Der Kult im Tempel zu Jerusalem war nach dem im Westen gelegenen Allerheiligsten ausgerichtet (versus occidentem). Seit etwa dem zweiten Jahrhundert beten Christen mit Vorliebe Richtung Osten â dem Ort des Paradieses und der erwarteten Wiederkunft Christi â gewandt; in GebĂ€uden zieht ein Teil der GlĂ€ubigen den freien Blick zum Himmel durch TĂŒr oder Fenster der Ostrichtung vor. Die Ănderung der Richtung folgte möglicherweise auch aufgrund einer Prophetie des Ezechiel, der Wasser von der rechten Seite des Altares (= von Osten) kommen sah, welches alle, zu denen es kam, rettete. Dies verstand man als Prophezeiung der Taufe.
FrĂŒhchristlicher Kirchenbau
Das Prinzip der Gebetsostung beeinflusste auch den Kirchenbau, so dass die ĂŒberwiegende Mehrheit der frĂŒhchristlichen Kirchen nach Osten ausgerichtet waren. Auch die nach der Konstantinischen Wende im 4. Jahrhundert errichteten monumentalen KirchengebĂ€ude waren in aller Regel nach Osten (versus orientem) ausgerichtet. Anfangs wurden Kirchen mit der Apsis nach Westen ausgerichtet. In diesem Fall war die Eingangsfassade geostet.cite-ref-30[Anm. 5] In letzterer Weise sind die konstantinischen Bauten in Jerusalem (Grabeskirche), Antiochien, Tyros und vor allem in Rom (St. Peter, St. Johann im Lateran, Santa Croce in Gerusalemme, Santa Cecilia, SantâAlessio, S. Giorgio al Velabro, S. Nicola In Carcere, Santi Nereo e Achilleo, SantâAgata dei Goti, San Pancrazio, San Saba usw.) sowie in dem römischen Beispiel folgenden Kirchen vor allem in Nordafrika, wo man die römischen Gewohnheiten ĂŒbernahm, zu nennen.cite-ref-31[26] Im Fall der âgewestetenâ (âeingangsgeostetenâ) Kirchen betete der Hauptzelebrant zugleich in östlicher Richtung wie mit dem Gesicht zur Gemeinde (ad orientem, versus populum), die GlĂ€ubigen jedoch blickten gewöhnlich zum Altar hin, also nach Westen. Rechts neben dem Hochaltar in St. Peter, nicht auf ihm, erhob sich ein groĂes Kreuz auf einem StĂ€nder.cite-ref-32[27] Alle Mitfeiernden beteten mit zum Himmel erhobenen Augen, nicht gezielt auf Altar oder Altarkreuz. Im Vergleich mit der Gesamtzahl der Kirchen handelt es sich bei den eingangsgeosteten Kirchen um â allerdings prominente â Ausnahmen.cite-ref-33[28]
WĂ€hrend verschiedene Theorien zu eingangsgeosteten Kirchen aufgestellt wurden,cite-ref-34[29] ist schlieĂlich festzustellen, dass sie zum einen das Ergebnis einer baugeschichtlich komplizierten Entwicklung sind, die im Kontext der stĂ€dtischen Gegebenheiten zu interpretieren ist. Zum anderen hĂ€ngt diese Ausrichtung aber auch mit der Verehrung der MĂ€rtyrerreliquien zusammen. So war der erste Petersdom (Alt-St. Peter), wie auch der spĂ€tere Renaissancebau eingangsgeostet. Die Reliquien des Petrus wurden in der (im Westen liegenden) Apsis im Apostelschrein aufbewahrt. Der Altar stand vor dem Apostelschrein, so dass der Zelebrant zu diesem hin schaute, obwohl er damit, wie auch die GlĂ€ubigen, nach Westen blickte. Der Papst hielt somit zwischen dem 4. und 6. Jh. in Alt-St. Peter die Ostrichtung nicht ein. Der Altar wurde dann aber unter Gregor dem GroĂen verĂ€ndert, wobei eine Confessio angelegt wurde, ĂŒber der der neue Altar posiert wurde. So hat man im Zuge der mehr und mehr aufkommenden Einheit von Eucharistiefeier und MĂ€rtyrerverehrung, deren UrsprĂŒnge in die erste HĂ€lfte des 4. Jahrhunderts zurĂŒckgehen, die Confessio mit dem Altar verbunden. Damit entstand eine neue Situation: Der Altar stand nun ĂŒber dem MĂ€rtyrergrab, und zwar so, dass aus architektonischen GrĂŒnden der Zugang zum Altar nur von der Westseite möglich war, so dass der Zelebrant sowohl in Richtung Osten als auch in Richtung der MĂ€rtyrerreliquien schaute.cite-ref-35[30] Durch die Hinwendung zu den Reliquien und damit auch nach Osten, schaute der Zelebrant in den Kirchenraum hinein. Intendiert war aber nicht zuerst die Zelebration versus populum, die sich vielmehr daraus ergab, dass der Zelebrant nach Osten und zu den Apostelreliquien schaute, sondern eben die Ausrichtung zu den Reliquien und nach Osten. Stefan Heid folgert daraus: âWenn eine Kirche eingangsgeostet war, kam es eher zufĂ€llig und unbeabsichtigt zu der Konstellation, dass der Priester am Altar zum Volk schaute.âcite-ref-36[31] Diese Anordnung ĂŒbernahm man im 16. Jahrhundert fĂŒr alle pĂ€pstlichen Basiliken, ohne auf deren Ausrichtung zu achten.cite-ref-37[32]
In anderen Regionen des Abendlandes baute man mehrheitlich âapsisgeosteteâ KirchengebĂ€ude, in denen sich alle Gottesdienstteilnehmer, Vorsteher wie GlĂ€ubige, nach Osten hin ausrichteten.cite-ref-38[33] In den folgenden Jahrhunderten verliert die Frage der Himmelsrichtung im abendlĂ€ndischen Kirchenbau an Bedeutung. Die Praxis, Kirchen gezielt an Sonnenauf- oder -untergang auszurichten, endete um das 15. Jahrhundert. In der Sixtinischen Kapelle des Papstes z. B. steht der historische Altar an der Westwand, ist eine Ostung der Zelebration mithin nicht möglich. Mit und nach dem Konzil von Trient setzte sich im katholischen Raum seit dem 16. Jahrhundert die pastoral motivierte Regel durch, den GlĂ€ubigen die unbehinderte Sicht auf das liturgische Geschehen am Hauptaltar durch das Entfernen von Lettnern zu ermöglichen. Hinsichtlich der Zelebrationsrichtung wurde vom Tridentinum keine Vorschrift erlassen. Karl BorromĂ€us (â 1584) zufolge wird âam Hochaltar gewöhnlich die Messe entsprechend dem kirchlichen Ritus von einem Priester mit dem Gesicht zum Volk gefeiertâ, wenn der Hochaltar âin Richtung Westenâ zeigte.cite-ref-39[34] Das Messbuch Papst Pius V. von 1570 und das Caeremoniale Episcoporum von 1600 â also die âtridentinische Liturgieâ â erwĂ€hnt die Praxis der Feier versus populum (zu den ChristglĂ€ubigen gewandt) allerdings ausschlieĂlich bei eingangsgeosteten Kirchen (âSi altare sit ad orientem, versus populumâ).cite-ref-40[35] Diese Rubrik blieb bis hin zum Missale Romanum in der Fassung von 1962, die zur Zeit des Zweiten Vatikanums in Geltung war, erhalten.cite-ref-41[36]
In der Ostkirche blieb die Ostung der Kirche und des Altares vom frĂŒhen Christentum (ausgenommen die zeitgenössischen Kathedralen von Jerusalem und Antiochien) bis heute gewöhnlich erhalten. Doch wurden manche, durchaus gewichtige Vorstehergebete auch in den Ostkirchen in westliche Richtung, zur Gemeinde hin, gesprochen, zum Beispiel bei den Ordinationen und Segensgebeten ĂŒber Personen. In der heutigen byzantinisch-orthodoxen Form der Jakobus-Liturgiecite-ref-42[37] ist die Feier mit Blick der Priester zum Volk die Regel.cite-ref-43[38] In den Katholischen Ostkirchen, aber auch z. B. in der RumĂ€nischen Orthodoxen Kirche, gewinnt die Zelebration versus populum zunehmend Verbreitung.
Hypothese vom frĂŒhchristlichen Volksaltar
Otto NuĂbaum legte 1965 die These vor, dass sich die allgemeine Ostung der Apsis beim Kirchenbau erst ab dem 4. Jahrhundert durchsetzte, was auch den Gottesdienst beeinflusst habe.cite-ref-44[39] Das GegenĂŒber von Zelebrant und Gemeinde sei damit weithin (auĂerhalb nicht zuletzt Roms) durch das gemeinsame Beten in Richtung Osten abgelöst worden. Laut NuĂbaum stand der Zelebrant erst nach dem 4. Jahrhundert vor dem (freistehenden) Altar generell mit dem RĂŒcken zur Gemeinde und behielt diesen Standort auch ĂŒberall bei, wo beim Kirchenbau auf eine bestimmte Himmelsrichtung, einschlieĂlich der Ostung selbst, nicht mehr geachtet wurde. Die Kathedra des Bischofs wurde in der Folgezeit zunehmend hĂ€ufig aus dem Zentrum an die Seitenwand des Chores verschoben, der Altar wanderte gegen den Apsisabschluss und erhielt im Mittelalter in vielen Kirchen Aufbauten mit Retabel und gegebenenfalls Tabernakel.cite-ref-45[40]
NuĂbaums These, die bereits von Joseph Braun und NuĂbaums Lehrer Theodor Klauser vertreten wurde, stieĂ vor allem bei Klaus Gamber, aber auch bei Marcel Metzger auf scharfe Kritik. Metzger wandte vor allem Bedenken gegen die Auswertung der durch NuĂbaum erhobenen Daten ein.cite-ref-46[41] Die Forschungen von Gamber und Metzger stehen NuĂbaums Argumentation diametral gegenĂŒber, denn sie erklĂ€ren â im Gegensatz zu NuĂbaum â, dass zunĂ€chst die Ostung die ĂŒbliche Ausrichtung der Kirchen, der AltĂ€re und der zelebrierenden Priester gewesen sei. Die frĂŒhchristliche Praxis der Gebetsostung habe sich unmittelbar auf die Nutzung des Altares und den Standort des Zelebranten am Altar ausgewirkt, so dass der Zelebrant, um der Ostung gerecht zu werden, bei geosteter Apsis in die gleiche Richtung schaute wie die GlĂ€ubigen. Wenn es auch manche und selbst prominente Ausnahmen gegeben habe, so sei doch bereits vor der Konstantinischen Wende (313) in den meisten Kirchen bzw. kirchlichen GebĂ€uden die Apsis geostet gewesen. Der freistehende Altar hatte unter der Apsis gestanden. Die innere Logik erforderte nun, dass der Bischof oder Priester nach Osten schaute und daher ad orientem, in die Apsis schauend zwischen Altar und Gemeinde stand. Er sei also â im Gegensatz zum heutigen Volksaltar â nicht hinter dem Altar gestanden, sondern durchgĂ€ngig an der Westseite des Altares. Obwohl Josef Andreas Jungmann der EinfĂŒhrung des Volksaltares nicht gĂ€nzlich abgeneigt war, kam er doch zu dem Urteil: âDie oft wiederholte Behauptung, daĂ der altchristliche Altar regelmĂ€Ăig die Wendung zum Volke voraussetzte, erweist sich als Legende.âcite-ref-47[42]
In den letzten Jahren wurde NuĂbaums These auch von Uwe Michael Lang und Stefan Heid kritisch beleuchtet. Letzterer erklĂ€rte dazu: âFĂŒr den frĂŒhchristlichen Altar hat als Grundregel zu gelten, dass der Zelebrant jeweils auf der westlichen Seite am Altar steht und nach Osten schaut.âcite-ref-0-10-1[9] Der Zelebrant blickte dabei mit erhobenen HĂ€nden, aufschauend zu Gott. Diese Gebetsausrichtung spiegelt die Hinwendung zur aufgehenden Sonne, ein Symbol fĂŒr Christus, wider und ist ein religiöses Erbe des Juden- und Heidentums, das die Christen ĂŒbernahmen. Nach Gamber, Lang und Heid kam also die Zelebration ad orientem nicht irgendwann auf, wie es NuĂbaum erklĂ€rte, sondern war von Anfang an eine Grundregel des christlichen Gebetes und, soweit es die Zelebranten betraf, der Liturgie. Franz Joseph Dölger stellte in den 1920er-Jahren durch seine historischen Forschungen fest, dass sich dieses liturgische Prinzip bereits um 200 n. Chr. ĂŒberall etabliert hatte.cite-ref-48[43] Nach Heid sei die Gemeinsamkeit des frĂŒhchristlichen Altares und des heutigen Volksaltares rein auf die ĂuĂerlichkeit zu reduzieren, dass beide freistehend sind. Heid erklĂ€rt als ihm wesentlichen Unterschied: âDer liturgische und theologische Sinn der frĂŒhkirchlichen Altargestaltung steht der heutigen Handhabung des Volksaltares in der römisch-katholischen Welt geradezu diametral gegenĂŒber.âcite-ref-49[44] Der Sinn fĂŒr die Orientierung sei allerdings im Westen mit dem âExilâ in Avignon (1307â1377) verlorengegangen, so dass der Kirchenbau in der Lateinischen Kirche von da an nicht mehr durch die Ostung bestimmt wurde. Obwohl die Ausrichtung der Kirche nicht mehr streng beachtet wurde, blieb die Gleichrichtung von Priester und Volk, von nicht wenigen historischen Ausnahmen und dem Standort der Kathedra abgesehen, bis zur Liturgischen Bewegung des 20. Jahrhunderts erhalten, so dass es bis dahin keinen Volksaltar im modernen Sinn gab.
Literatur
âą Louis Bouyer: Mensch und Ritus. Matthias-GrĂŒnewald-Verlag, Mainz 1964, S. 211â214.
âą Otto NuĂbaum: Der Standort des Liturgen am christlichen Altar vor dem Jahre 1000 (= Theophaneia. Band 18). Hanstein, Bonn 1965, OCLC 841699500.
âą Josef Andreas Jungmann: Der neue Altar. In: Der Seelsorger. 37 (1967) 374â381.
âą Klaus Gamber: Der Volksaltar â Ausdruck eines neuen MeĂverstĂ€ndnisses. In: Una Voce Korrespondenz. 12/1 (1982), S. 1â19 (online).
âą Klaus Gamber: Zum Herrn hin! Fragen um Kirchenbau und Gebet nach Osten (= Studia patristica et liturgica, 18). Pustet, Regensburg 1987 (Neuauflage: VDM Verlag, DĂŒsseldorf 2003), ISBN 3-936755-12-4.
âą Burkhard Neunheuser: Eucharistiefeier am âaltare versus populumâ. Geschichte und Problematik. In: Florentissima proles ecclesiae. Miscellanea hagiographica, historica et liturgica Reginaldo GrĂ©goire O.Srespoonsive .B. XII lustra complenti oblata. Hrsg. von Domenico Gobbi (= Bibliotheca Civis, 9). CIVIS, Trento 1996, S. 417â444.
âą Jae-Lyong Ahn: Altar und Liturgieraum im römisch-katholischen Kirchenbau. Eine bauhistorische Betrachtung unter besonderer BerĂŒcksichtigung der VerĂ€nderung des Standorts des Altars nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Diss. Aachen 2004. (online)
âą Uwe Michael Lang: Conversi ad dominum. Zur Geschichte der christlichen Gebetsrichtung. Johannes Verlag, Einsiedeln 2004, ISBN 978-3-89411-384-1.
âą Rinaldo Falsini: CĂ©lĂ©brer tournĂ©s vers le peuple et prier tournĂ©s vers le Seigneur. Sur lâorientation de la priĂšre. In: La Maison-Dieu. 250, 2007, S. 135â146.
âą Paul Bernhard Wodrazka: Die Zelebration âversus orientemâ bzw. âversus absidemâ. Ein chronologischer Durchgang durch die postkonziliaren kirchlichen Dokumente (in AuszĂŒgen). In: Theologisches. 37, 2007, S. 99â114.
âą Stefan Heid: Gebetshaltung und Ostung in frĂŒhchristlicher Zeit. In: Rivista di Archeologia Cristiana. 82, 2006 (2008), S. 347â404 (online; PDF).
âą Ralf van BĂŒhren: Kunst und Kirche im 20. Jahrhundert. Die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils (= Konziliengeschichte, Reihe B: Untersuchungen). Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76388-4.
âą Stefan Heid: Tisch oder Altar? Hypothesen der Wissenschaft mit weitreichenden Folgen. In: Una Voce Korrespondenz. 46/3 (2016) S. 342â367.
âą Stefan Heid: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell & Steiner, Regensburg 2019, ISBN 978-3-7954-3425-0, S. 435â464.
âą Sible Lambertus de Blaauw: Rezension zu: Heid, Stefan: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. In: H-Soz-Kult, 24. August 2020 (online).
Anmerkungen
cite-note-6Anm. 1. â Eine Ausnahme z. B. die Kapelle von Burg Rothenfels (Rothenfels) mit Tabernakel auf dem an der Wand stehendem Altar. Der Architekt, Rudolf Schwarz, interpretierte den Altar nicht als Mittelpunkt, sondern als Schwelle der Feier.
cite-note-13Anm. 2. â âDer Hochaltar soll von der RĂŒckwand getrennt errichtet werden, so dass man leicht um ihn herumgehen und an ihm zum Volk hin zelebrieren kann. Er soll in den heiligen Raum hineingestellt sein, dass er wirklich die Mitte ist, der sich von selbst die Aufmerksamkeit der ganzen versammelten Gemeinde zuwendet.â Vgl. Josef Andreas Jungmann im Kommentar zur Liturgiekonstitution in: Lexikon fĂŒr Theologie und Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil. Teil 1, Freiburg 1966, S. 105, Anmerkung 5: âEs ist zu beachten, daĂ die Instructio nicht, wie gelegentlich behauptet wird, die Zelebration versus populum wĂŒnscht, sondern nur die Möglichkeit dazu. Die heute vielfach getroffene Entscheidung zugunsten dieser Zelebrationsweise hĂ€ngt zusammen mit der Vorbetonung des Mahlcharakters der Eucharistie und, allgemeiner, mit dem neuerwachten Sinn fĂŒr die Gemeinschaft.â
cite-note-18Anm. 3. â Lateinischer Originaltext: In ecclesiis vero iam exstructis, quando altare antiquum ita situm est, ut difficilem reddat participationem populi nec transferri possit sine detrimento valoris artis, aliud altare fixum, arte confectum et rite dedicatum, exstruatur; et tantum super illud sacrae celebrationes peragantur. Ne fidelium attentio a novo altari distrahatur, altare antiquum ne sit peculiari modo ornatum.
cite-note-29Anm. 4. â Gerechtfertigt durch den âFĂŒrsten der Liturgikerâ Bartolomeo Gavanti (1569â1638): Nunc ad omnem partem Missam celebramus, quia Deus ubique est, weil Gott ĂŒberall ist.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Abgeleitet von der Bezeichnung eines solchen Altars als altare populo versum im Ordo missae (1501) des Johannes Burckard, ed. bei J. Wickham Legg: Tracts on the Mass, London 1904, hier S. 167. SpĂ€tere Rubriken sprechen von einem Altar ad orientem versus populum und meinen damit einen Altar in quo celebrans habet crucem et populum ante faciem suam (A. B. Gavantus: Thesaurus sacrorum rituum Bd 1, Lugduni 1685, 111 f.). Ad orientem gilt dabei auch fĂŒr einen nur imaginierten Osten (G. Vinitor: Compendium sacrorum rituum et caerimoniarum. Col. Agrip. 1685, S. 140).
cite-note-22. â Grundordnung des Römischen Messbuchs, Vorabpublikation der Deutschen Bischofskonferenz (2007).
cite-note-33. â Missale Romanum: Ritus servandus in celebratione Missae V.3 (1962) http://media.musicasacra.com/pdf/missale62.pdf S. 59; vgl. Josef Andreas Jungmann: Missarum Sollemnia. Eine genetische ErklĂ€rung der römischen Messe, Bd. 1, 5. Aufl., Herder, Wien/Freiburg/Basel 1962, S. 332.
cite-note-44. â Peter Wulf Hartmann: Laienaltar. (Memento des Originals vom 20. Juli 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.beyars.com In: Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann (abgerufen am 29. Mai 2010).
cite-note-55. â Bernard ChĂ©dozeau: ChĆur clos, chĆur ouvert. De lâĂ©glise mĂ©diĂ©vale Ă lâĂ©glise tridentine (France, XVIIeâXVIIIe siĂšcle). Cerf, Paris 1998; Sible de Blaauw: Innovazioni di culto fra basso Medioevo e Cinquecento: la perdita dell'orientamento liturgico e la liberazione della navata. In: J. Stabenow (Hrsg.): Lo spazio e il culto. Venedig 2006, 25â51.
cite-note-76. â Alcuin Reid: The Organic Development of the Liturgy. Second Edition. Ignatius Press, San Francisco 2005, Index s. v. Mass facing the people.
cite-note-87. â In einem Vorwort zu: Willy Weyres: Neue Kirchen im Erzbistum Köln 1945â1956. Köln 1957, S. 7â9, zitiert bei: Norbert Trippen: Josef Kardinal Frings, Band 1: Sein Wirken fĂŒr das Erzbistum Köln und fĂŒr die Kirche in Deutschland (Veröffentlichungen der Kommission fĂŒr Zeitgeschichte B 94). Paderborn 2003, S. 430 f., siehe auch S. 444. Allerdings legte Frings Wert darauf, dass bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil in Kirchen des Erzbistums Köln nicht âversus populumâ zelebriert wurde, mit Ausnahme des Erzbischofs am Vierungsaltar des Kölner Doms, weil nach damaliger Vorschrift in den Pfarrkirchen der Tabernakel auf der Mitte des Hauptaltares zu stehen hatte.
cite-note-98. â Stefan Heid: Altar und Kirche: Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell + Steiner, Regensburg 2019, ISBN 978-3-7954-3425-0, S. 435.
cite-note-0-109. â Stefan Heid: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell & Steiner, Regensburg 2019, S. 249, vgl. 448.
cite-note-1110. â Carlo Borromeo: Instructiones fabricae et suppellectilis ecclesiasticae (Fondazione Memofonte onlus. Studio per l'elaborazione informatica delle fonti storico-artistiche), liber I, cap. X. De cappella maiori, S. 18â19 (online; PDF; 487 KB); Messbuch Papst Pius V. von 1570; Caeremoniale Episcoporum von 1600; Missale Romanum von 1962: Ritus servandus in celebratione Missae V.3 (1962) http://media.musicasacra.com/pdf/missale62.pdf S. 59.
cite-note-jungmann-105-1211. â Josef Andreas Jungmann im Kommentar zur Liturgiekonstitution in: Lexikon fĂŒr Theologie und Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil, Teil 1. Freiburg 1966, S. 105.
cite-note-1412. â Berechtigt bleibt die historische Frage nach dem Standort des Liturgen am frĂŒhchristlichen Altar; doch betrifft oder widerlegt ihre Beantwortung nicht das eigentliche Anliegen der Liturgiereform.
cite-note-1513. â Richtlinien der deutschen Bischöfe fĂŒr die Feier der heiligen Messe in Gemeinschaft (1965) 6.Kap., Art. 83.
cite-note-1614. â Seconda Edizione italiana del «Messale Romano».
cite-note-1715. â Congregatio de Cultu Divino et Disciplina Sacramentorum: Respons ad Quaestiones de nova Institutione Generali Missalis Romani, 25. September 2000, zitiert bei: Paul Bernhard Wodrazka: Die Zelebration âversus orientemâ bzw. âversus absidemâ. In: Theologisches. Band 37, Nr. 3/4, 2007, S. 99â114, Sp. 112 (theologisches.net [PDF; 395 kB]).
cite-note-1916. â Der radikalere Vorschlag von Klaus Gamber: Liturgie ĂŒbermorgen (Freiburg 1966) 251, die KirchenbĂ€nke in konzentrischen Kreisen um die Altar anzuordnen, wurde offenbar nirgendwo realisiert.
cite-note-jr121-2017. â Joseph Ratzinger: Das Fest des Glaubens. 3. Auflage. Einsiedeln 1993, S. 121.
cite-note-2219. â Kardinal Giacomo Lercaro in: Notitiae 2, 1966, S. 160.
cite-note-2320. â Franz Karl PraĂl: Segenmesse. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Brill (brillonline.com [abgerufen am 6. Februar 2024]).
cite-note-2421. â Joseph Ratzinger: Der Geist der Liturgie: eine EinfĂŒhrung. Sonderausg. 2006, 2. Aufl. 2007. Herder, Freiburg 2007, ISBN 978-3-451-29063-3, S. 71.
cite-note-2522. â Radio Vatikan: Taufe in der Sixtina 13. Januar 2008.
cite-note-2724. â J.A. Jungmann: Der neue Altar. In: Der Seelsorger. Band 37, 1967, S. 374â381.
cite-note-2825. â Sible de Baauw: In vista della luce. Un principio dimenticato nellâorientamento dellâedificio di culto paleocristiano. In: P. Piva (Hrsg.): Arte medievale. Le vie dello spazio liturgico. Mailand 2010, S. 15â45.
cite-note-3126. â Louis Bouyer: Mensch und Ritus. Matthias-GrĂŒnewald-Verlag, Mainz 1964, S. 215.
cite-note-3227. â Liber pontificalis 2, 27. 119 Duchesne.
cite-note-3328. â Uwe Michael Lang: Conversi ad Dominum. Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung. Neue Kriterien, Nr. 5. Johannes, Einsiedeln 2010, S. 74 vgl. 82.
cite-note-3429. â Uwe Michael Lang: Conversi ad Dominum. Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung. Neue Kriterien, Nr. 5. Johannes, Einsiedeln 2010, S. 89â101.
cite-note-3530. â Uwe Michael Lang: Conversi ad Dominum. Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung. Neue Kriterien, Nr. 5. Johannes, Einsiedeln 2010, S. 83â101.
cite-note-3631. â Stefan Heid: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell & Steiner, Regensburg 2019, 451.
cite-note-3732. â Stefan Heid: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell & Steiner, Regensburg 2019, 441.
cite-note-3833. â Stefan Heid: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell & Steiner, Regensburg 2019, 441.
cite-note-3934. â Carlo Borromeo: Instructiones fabricae et suppellectilis ecclesiasticae (Fondazione Memofonte onlus. Studio per lâelaborazione informatica delle fonti storico-artistiche), liber I, cap. X. De cappella maiori, S. 18â19 (online; PDF; 487 KB).
cite-note-4035. â Uwe Michael Lang: Conversi ad Dominum. Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung. Neue Kriterien, Nr. 5. Johannes, Einsiedeln 2010, S. 29â30.
cite-note-4136. â Missale Romanum: Ritus servandus in celebratione Missae V.3 (1962) http://media.musicasacra.com/pdf/missale62.pdf S. 59; vgl. Josef Andreas Jungmann: Missarum Sollemnia. Eine genetische ErklĂ€rung der römischen Messe, Bd. 1. 5. Auflage. Herder, Wien/Freiburg/Basel 1962, S. 332.
cite-note-4237. â Jakobus-Liturgie in Russland, mit Foto des in Richtung Gemeinde gefeierten Wortgottesdienstes (2009) (Memento vom 13. November 2011 im Internet Archive)
cite-note-4338. â Heinzgerd Brakmann: Das zweite Leben der griechischen Jakobos-Liturgie. In: Ostkirchliche Studien, 64 (2015), S. 48â79, bes. S. 77â78.
cite-note-4439. â Otto NuĂbaum: Der Standort des Liturgen am christlichen Altar vor dem Jahre 1000. Eine archĂ€ologische und liturgiegeschichtliche Untersuchung. Bonn 1965.
cite-note-4540. â Johannes H. Emminghaus: Der gottesdienstliche Raum und seine Gestaltung. In: Rupert Berger u. a. (Hrsg.): Gestalt des Gottesdienstes. Sprachliche und nichtsprachliche Ausdrucksformen (= Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft. Teil 3). Regensburg 1987, S. 347â416, hier S. 378 ff.
cite-note-4641. â Marcel Metzger: La place des liturges Ă lâautel. In: RevSR. 45 (1971), S. 113â145 (117â119).
cite-note-4742. â Josef Andreas Jungmann: Der neue Altar. In: Der Seelsorger. 37 (1967), S. 374â381 (376); unter Berufung auf Nussbaum.
cite-note-4843. â Franz Joseph Dölger: Sol salutis. Gebet und Gesang im christlichen Altertum. Mit besonderer RĂŒcksicht auf die Ostung in Gebet und Liturgie. MĂŒnster 1920, ÂČ1925, Âł1972, S. 136â149, 185â198.
cite-note-4944. â Stefan Heid: Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell & Steiner, Regensburg 2019, S. 439â440.